
FASTENPREDIGT am 01.März 2026 von Gerti Schmidt-Tembl
Wer bin ich? Gerti
Bin in Mäder aufgewachsen, Schule, Kirche einfach alles.
Ich sammle Worte, schreibe gerne Texte und Geschichten, hab mein Hobby zum Beruf gemacht als freie Rednerin. Ich liebe es Menschen zu erinnern, lese gerne in der Bibel, aber wohl mehr zwischen den Zeilen da ich so viel daraus lernen kann, ich freue mich so sehr, bedeutet mir viel heut mit euch teilen zu dürfen
Ich weiss nicht ob ich alles im Dialekt oder auf deutsch machen sollte, und jetzt mache ich es halt in meinem besten Kauderwelsch.
Mein Leben mit Gott
Weglaufen ist einfach. Ich bleibe, weil ich Gott nicht loswerde.
Weglaufen ist einfach.
Kirche verlassen?
Formular ausfüllen.
Unterschrift.
Fertig.
--oder---
Beziehung beenden?
Tür zu.
Handy aus.
Weitergehen.
Weglaufen ist einfach.
Bleiben…
ist komplizierter.
Kurze ehrliche Frage – nur innerlich beantworten:
Wer von euch hat schon mal überlegt, aus der Kirche auszutreten?
Und ich sage euch heute ganz ehrlich:
Ich habe darüber nachgedacht zu gehen.
Nicht nur einmal.
Ich habe mich geärgert.
Ich war enttäuscht.
Ich habe Dinge erlebt, die ich mir anders gewünscht hätte.
Ich habe die Institution kritisiert.
Und ich habe gedacht:
Vielleicht ist es leichter, wenn ich einfach austrete.
Weglaufen ist einfach.
Aber ich hatte aber immer wieder diese Stimme in mir die sagte, …aber nicht ohne dass du versucht hast, aktiv was zu Verändern…..
und dann stand ich da.
Mit diesem Gedanken.
Und habe gemerkt:
Ich kann aus der Kirche austreten…
aber ich kann nicht aus Gott austreten.
Ich werde ihn nicht los.
Ich habe gefragt:
„Warum ist Kirche nicht mehr Raum für Begegnung?
Warum fühlt sich manches eng an, wenn mein Herz doch Weite sucht? Warum hält die Kirche so fest an einem alten Konstrukt?“
Und während ich noch argumentierte…
war Gott immer da.
Nicht als strafender Richter.
Nicht als moralischer Zeigefinger.
Sondern als leise Stimme.
Ich hatte immer einen liebenden Gott.
Kirche ist für mich ein Raum.
Nicht nur aus Stein und Traditionen
Es ist ein Raum mit Frequenz, mit einer sehr hohen Energie.
Habt ihr das auch schon einmal gespürt? Wer kennt das von euch?
Wenn Musik erklingt…
wenn Stimmen gemeinsam beten…
wenn plötzlich Stille entsteht…es kribbelt so,
und man merkt: Hier ist mehr.
Hier ist etwas.
Und ich glaube:
Das ist nicht die Architektur, das Gebaude.
Das ist EINES Gegenwart.
Gott wohnt nicht nur hier vorne am Altar.
Nicht nur im Tabernakel.
Nicht nur in frommen Worten.
Gott begegnet uns in einem Lächeln, im Singen eines Vogels, wenn ich in den Spiegel blicke, in der Natur, oder bei mir auch noch in einem bestimmten Lied von Elvis. Zwar mit dem Titel: « Cant help falling in Love with you»
Wenn ich Fragen habe und ihn um ein Zeichen bitte, spielt er dieses Lied, im Radio, Restaurant oder in einem Geschäft, echt cracy…sag ich euch. Kennt ihr auch solche Zeichen?
Gott wohnt in dir.
Und in mir.
Und genau deshalb können wir ihn nicht loswerden.
Fastenzeit heißt für mich:
Ballast abwerfen.
Ablenkung reduzieren.
das Weglaufen stoppen.
Was wäre, wenn wir in dieser Zeit nicht auf Süßigkeiten verzichten…
sondern auf unsere innere Flucht?
Was wäre, wenn wir bleiben?
Bleiben bei unseren Fragen.
Bleiben bei unseren Zweifeln.
Bleiben bei unserer Sehnsucht.
Ich habe so viele Momente erlebt,
in denen Gott unübersehbar da war,……. und er mir ein sehr grosses Geschenk gemacht, als ich vor 10 Jahren Krebs hatte.
Gott hat in meiner grössten und hässlichsten Angst seine Liebe in mich gegossen,
mir gezeigt was er von mir möchte, ……..nämlich die Menschen an ihn zu erinnern.
Das hat alles verändert,
Lasst mich euch eine kleine Geschichte erzählen:
Die Hündin und der Schatten
Luma war jung, wild, voller Fragen.
Sie lebte auf einem Hof,
doch ihr Herz sehnte sich nach mehr.
Nach Freiheit.
Nach Antworten.
Nach einem Ort, an dem alles Sinn macht.
Und eines Tages lief sie los.
Über Wiesen.
Durch Wälder.
Weg von allem, was sie kannte.
Doch so weit sie auch lief –
ein Schatten wich ihr nicht von der Seite.
Mal lief er vor ihr her,
mal trottete er hinter ihr,
mal lag er direkt neben ihr in der Sonne.
Sie wurde ihn nicht los.
Nicht mit Schnelligkeit.
Nicht mit Flucht.
Nicht mit Trotz.
Als sie müde wurde, blieb sie stehen.
Und sah ihn an.
Diesen Schatten.
Und plötzlich wusste sie:
Es war nicht die Sonne. Es war nicht der Schatten.
Es war Gott.
Der stille Begleiter.
Der, der bleibt,
wenn wir selbst längst nicht mehr wissen,
ob wir glauben oder zweifeln.
Und da, mitten auf dem Feldweg,
sagte sie leise:
„Danke, dass Du nicht gegangen bist.
Danke, dass Du mitgehst –
auch, wenn ich mich verirre.“
. So wie Luma irgendwann erkannte:
Gott war die ganze Zeit bei mir,
dürfen auch wir uns heute erinnern:
Gott geht mit –
durch Zweifel, durch Fragen, durch Alltag.
Ja ….Ich wünsche mir Kirche anders.
Mehr Begegnung.
Mehr echtes Zuhören.
Mehr Raum für Fragen.
Mehr Mut.
Aber ich habe verstanden:
Kirche wird nicht anders,
wenn alle gehen, die sie verändern könnten.
Weglaufen ist einfach.
Bleiben ist Beziehung.
Und bleiben heißt nicht, alles gut zu finden.
Bleiben heißt, Verantwortung zu übernehmen.
Bleiben heißt zu sagen:
„Ich glaube. Und ich ringe. Und ich liebe trotzdem.“
Wenn du am liebsten weglaufen würdest…
ist Gott schon da.
Du kannst vieles loslassen.
Aber die Liebe, aus der du gemacht bist,
die wird DICH nicht loslassen.
Ich bleibe.
Nicht, weil alles perfekt ist.
Nicht, weil ich keine Fragen habe.
Nicht, weil ich immer stark bin.
Ich bleibe,
weil ich Gott nicht loswerde, und es auch nicht möchte!
Weil er in mir atmet.
In euch atmet.
In diesem Raum schwingt.
Und vielleicht beginnt Veränderung genau da:
Nicht bei „denen da oben“.
Nicht bei Strukturen.
Sondern bei mir.
Bei dir.
Bei uns.
Fastenzeit ist eine Einladung.
Nicht weniger Kirche.
Sondern mehr Herz.
Nicht weniger Gott.
Sondern mehr Bewusstsein.
Weglaufen ist einfach.
Bleiben ist mutig.
Und ich glaube:
Es beginnt bei uns.
Es beginnt bei dir, es beginnt bei mir.
Amen.